Arbeiten unter Spannung in der Mittelspannung

Um die Stromversorgung der Kunden sowie die durchgehende Verfügbarkeit der Kommunikationsmittel zu gewährleisten und Arbeitsabläufe in Gewerbebetrieben nicht zu unterbrechen,  werden Wartungs- und Revisionsarbeiten auch in der Mittelspannung unter Spannung durchgeführt.

Bild Quelle: GA Energieanlagenbau Süd GmbH

 

Hierfür entwickelte Arbeitsverfahren, Geräte, Werkzeuge und Schutzausrüstungen ermöglichen diese kundenfreundliche Vorgehensweise. Durch spezielle Schulungen und Trainings werden die Mitarbeiter für diese Tätigkeiten ausgebildet.  Die Schutzausrüstungen für Arbeiten unter Spannung sind speziell auf die Tätigkeiten für dieses Arbeitsverfahren abgestimmt. Sie stehen in den Klassen 1 bis 4 (Nennspannungen von 7.500V – 36.000V) zur Verfügung. 

Man wendet in dieser Spannungsebene in der Regel entweder „die Handschuhmethode“ oder die „hot stick Methode“ an. In Deutschland ist in der Freileitung die „Handschuhmethode“ verbreitet. Hier wird der Standort des Mitarbeiters isoliert (in der Regel isolierende fahrbare Hubarbeitsbühnen in Verbindung mit nachstehenden Ausrüstungen)

Bestandteile einer solchen persönlichen Schutzausrüstung sind zunächst die isolierenden Ärmeln z.B. Artikel Nr. 58100-2L

und die isolierenden Handschuhen z.B. Artikel Nr. 58005.

Wichtig hierbei ist, dass beide Produkte aufeinander passgenau abgestimmt sind.

 

 

 

 

Da in der Freileitung mechanisch beanspruchende Arbeiten und Gefährdungen durch raue und spitze Oberflächen bestehen, sind schützende Lederüberhandschuhe z.B. Artikel-Nr. 58008GM zu verwenden. Diese Handschuhe sollten an die Passform der isolierenden Handschuhe angepasst sein.

 

 

 

 

 

Isolierende Ärmel und isolierende Handschuhe für den Einsatz über 1000 Volt bedürfen besonderer Pflege und Wartung.

Die erforderlichen elektrischen Wiederholungsprüfungen (Elektrolytbad), sowie die Dichtigkeitsprüfungen sind in mit dem Hersteller abgestimmten Zeitabständen durchzuführen, gem. BGV A3 nach Bedarf, mindestens jedoch ½ jährlich. Informationen hierzu sind in Kapitel 9 ‚Dienstleistungen‘ zu finden.

Wiederholungsprüfung Klasse 1 Handschuhe

Artikel-Nr. 5506E/15

Wiederholungsprüfung Klasse 2 Handschuhe

Artikel-Nr. 5506E/20

Wiederholungsprüfung Klasse 3 Handschuhe

Artikel-Nr. 5506E/30

Wiederholungsprüfung Klasse 4 Handschuhe

Artikel-Nr. 5506E/40

 

 

 

Nach Auswahl der geeigneten „Persönlichen Schutzausrüstung“ gegen Körperdurchströmung sind die Potentiale abzudecken. So wird mit entsprechenden Abdeckmaterialien ein Berührungsschutz der unter Spannung stehenden oder benachbarten Teile hergestellt. 

 

Hierzu werden Abdeckprofile z.B. Artikel Nr. 58350M für Leiterseile kombiniert mit,

 

 

 

 

 

 

 

z.B. Artikel Nr. 58358M Schutzabdeckungen  für Stützisolatoren und das Erdpotential

 

 

 

zum Beispiel mit isolierenden Abdeckungen für den Mastzopf z.B. Artikel Nr. 58355M  verwendet

 

 

 

 

 

Diese Abdeckmaterialien sind als Formstücke hergestellt und in vielen Größen verfügbar.

Ebenfalls werden isolierende Abdecktücher z.B. Artikel-Nr. 58305M zum Abdecken spannungsführender Teile bis Schutzklasse 4 verwendet. Die Flexibilität der Abdecktücher ermöglicht dort eine sichere Umhüllung, wo fest Formstücke nicht eingesetzt werden können. Die Fixierung erfolgt mit speziellen Klammern.

 

 

 

 

 

 

Dazu gibt es noch Halteklammern aus Kunststoff mit Adapter für einen „Hot Stick“, zur Fixierung von isolierenden Abdeckmatten mit der bekannten Arbeitstechnik „Arbeiten auf Abstand“ mit isolierenden Stangen.  In Stationen wird im Gegensatz zu der Freileitung keineswegs die Handschuhmethode angewendet. Hier wird die elektrische Sicherheit durch die Verwendung isolierender Arbeitsmittel, die auf die jeweilige Spannungsebene abgestimmt werden, sichergestellt. Diese Arbeitsmethode wird in einem künftigen Brennprunkt erklärt.

 

Die drei bewährtesten Arbeitsverfahren beim Arbeiten unter Spannung

In der Praxis haben sich 3 Verfahren beim „Arbeiten unter Spannung“ bewährt:

  1. Arbeiten auf Abstand
  2. Arbeiten mit Isolierhandschuhen
  3. Arbeiten auf Potential

 

Arbeiten auf Abstand

„Arbeiten auf Abstand“ nennt man das Arbeitsverfahren, bei welchem der Abstand von Spannungsführenden Teilen zu dem arbeitenden Monteur durch isolierende Ausrüstungen hergestellt wird. Der Arbeitende führt seine Arbeiten mit isolierenden Stangen und dem festgelegten Abstand aus.

Im Mittelspannungsbereich wird bei 1kV bis 36kV das Arbeitsverfahren „Arbeiten auf Abstand“ vermehrt eingesetzt.

Mit geprüften, isolierenden Stangen wird die Isolation sichergestellt und der maximale Ableitstrom nicht überschritten.

Bei diesen isolierenden Stangen besteht nicht die Gefahr der Überbrückung zweier Potentiale, dadurch sind Kurzschlüsse ausgeschlossen.

Des Weiteren bieten die isolierenden Stangen dem Arbeitenden den nötigen Schutzabstand zu den, spannungsführenden Anlagenteilen. Arbeiten auf Abstand (Abbildung 1).

Beispiele für das „Arbeiten auf Abstand“ im Mittelspannungsbereich sind:

  • Isolatorenwechsel an Mittelspannungsfreileitungen
  • Ein- und Ausbau von Vogelschutzhauben auf Trag- und Abspannmasten
  • Schneiden von Mittelspannungskabeln (Sicherheitsschneidanlagen)
  • Wartungen von Mittelspannungs- Freileitungs-Masttrennschalter
  • Montage von Warnkugeln und Kurzschlussanzeigegeräten
  • Reinigung und Wartung in Stationen
  • Nachfüllen von 20kV – Endverschlüssen

Abbildung 1: Arbeiten auf Abstand (Bildquelle: LTB Leitungsbau GmbH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeiten mit Isolierhandschuhen

Bei dem Arbeitsverfahren „Arbeiten mit Isolierhandschuhen“ kann der arbeitende Monteur die aktiven Teile, die unter Spannung stehen, gefahrlos berühren. Geschützt wird er durch die Isolierhandschuhe (Abbildung 2) und dem isolierenden Standort. Es werden geeignete isolierende Werkzeuge eingesetzt.

Abbildung 2: Arbeiten mit Isolierhandschuhen

 

 

Arbeiten mit Isolierhandschuhen wird vorwiegend in der Niederspannung (AC 1000V – DC 1500V) eingesetzt. Folgende Arbeiten werden dort ausgeführt:

  • Zählerwechsel
  • Anschluss oder Umbau von Hausanschlusskästen
  • Verbindungsmuffen
  • Abzweigmuffen
  • Anschlüsse von Baustromverteilern
  • Anschlüsse von Dachständern
  • Reinigungen von Schaltanlagen

Im Mittelspannungsbereich (1 kV – 36 kV) werden noch folgende Arbeiten mit Isolierhandschuhen ausgeführt:

  • Ein- und Ausbau von Vogelschutz – Hauben auf Trag- und Abspannmasten
  • Isolatoren Wechsel an Mittelspannungsfreileitungen
  • Einbau von mobiler Trennstellen
  • Mastwechsel unter Spannung
  • Leiterseilreparaturen

 

Arbeiten auf Potential

Bei dem Arbeitsverfahren “Arbeiten auf Potential“ nimmt der arbeitende Monteur das gleiche Potential, wie die unter Spannung stehenden Teile an. Der Monteur berührt somit die aktiven Teile direkt und ist gegenüber seiner Umgebung isoliert. (Abbildung: 3)

Abbildung 3: Arbeiten auf Potential (Bildquelle: LTB Leitungsbau GmbH)

 

Bei diesem Arbeitsverfahren, welches ausschließlich im „ Hochspannungsbereich“(von 110kV bis ca. 400kV) eingesetzt wird, wird hinsichtlich des Potentials unterschieden. Spezielle Schutzausrüstungen, Werkzeuge und Aufstiegshilfen sind zwingend erforderlich. Des Weiteren müssen die Monteure eine spezielle Ausbildung absolvieren, die grundsätzlich für alle „Arbeiten unter Spannung“ erforderlich ist und regelmäßig aufgefrischt werden muss.  

 

 

 

 

Das Arbeitsverfahren wird für den verschiedenen Tätigkeiten im Hochspannungsnetz eingesetzt, wie zum Beispiel:

  • Reparaturen von Seilschäden
  • Isolatorenwechsel
  • Isolatorenkettenwechsel
  • Das Entfernen von Fremdkörpern im Leitungsnetz
  • Montage von Abstandshaltern
  • Montage von Leiterseilmarkierungen

 

Für weitere Informationen und Beratung:

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Telefax: 00 49 - 22 69 - 78 38
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